Marcus Sieg FOREX-Blog - einseitig & subjektiv

Binäre Optionen – Der schnelle Weg zum…

Achtung Betrug

Wenn ich mir mein Postfach jeden Tag so anschaue, dann nehmen die Werbemails für binäre Optionen eindeutig zu. Auch ein Grund, einmal näher an dieser Stelle auf die Thematik einzugehen.

Binäre Optionen / Binary Options

In Deutschland hat sich die Thematik mit den Binär-Optionen erst in den letzten Monaten verstärkt bemerkbar gemacht. Und in der Tat ist der Handel mit den binären Optionen noch relativ jung. Erst im Jahr 2008 erlaubte die US Securities and Exchange Commission den Handel mit diesen „exotischen Optionen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Bin%C3%A4re_Option)

Im Prinzip handelt es sich bei der binären Option um eine Wette auf die Zukunft. Zugrunde liegt der momentane Kurs einer Währung (auch hier meistens EURUSD) und der Kunde wettet darauf, ob der Kurs zu einem bestimmten Zeitpunkt (meistens 5 Minuten) über oder unter dem jetzigen Kurs liegt.

Dabei ist es dann egal, ob der Kurs zu dem Zeitpunkt 1 PIP oder 5 PIP im „richtigen“ Bereich liegt. Sie müssen nur auf der richtigen Seite sein. Ebenso ist es egal, mit welcher Geschwindigkeit der Kurs in die richtige Richtung ging oder ob der Kurs vorher auf der „verkehrten“ Seite war.

Und dann ist es wie immer – war die Prognose richtig, dann kassieren Sie. Und wenn Sie daneben lagen, dann ist der Wetteinsatz verloren.

Gerade diese Einfachheit ist für den Anfänger sehr bestechend. Es gibt nur zwei Möglichkeiten (richtig oder falsch) und der Ablauf ist im Gegensatz zum klassischen Währungshandel, wie wir ihn hier bei „Jeden Tag reicher…“ betreiben, wesentlich überschaubarer.

Die Trader-Falle

Und das ist dann auch schon die Falle, in die man als Internetuser wieder tappt. Gleich der Venusfliegenfalle oder den Gesängen der Lorelei am Rhein – wir haben wieder den „Klassiker“ , auf den die Internetuser auf der Suche nach Geldvermehrung immer wieder hereinfallen.

– das mega-einfache System
– die große Gewinnchance (80% pro Trade)

Diese beiden Faktoren sind sattsam bekannt. Wichtig ist aber im Vertrieb immer, dass der zukünftige Kunde einer Idee auch Vertrauen schenkt. Dies funktioniert natürlich am Besten wenn ich Begriffe verwenden kann, die bereits bekannt sind.

So habe ich den Effekt „Das kenne ich schon“ und „wieso sagt mir keiner, dass es auch so einfach geht?“. Dies bedeutet bei den binären Optionen:

– es wird auf Währungen gewettet
– das ganze wird von einem Broker abgewickelt.

Sie merken es schon: Man könnte genauso gut auch auf andere Ereignisse wetten (Boxen oder das Wetter) – es muss ja immer nur ein „hopp oder top “ Ergebnis her. Hier ist man aber bewußt in die Begriffe der Finanzwelt gegangen. Warum? Eben weil der Devisenmarkt der größte Markt der Welt ist. Davon möchte man sich halt ein Stück vom Kuchen abschneiden.

Der Unterschied

Obwohl die Begriffe bei den binären Optionen und dem Devisenhandel gleich sind, ist der Unterschied doch ziemlich radikal.

Beim Währungshandel nehmen wir als Trader direkt am Geschehen im Markt teil. Wir verdienen unser Geld dadurch, dass wir die Schwankungen im Markt zu unseren Gunsten ausnutzen.
Bei den binären Optionen ist man von diesem Markt abgekoppelt – man wettet nur auf ein Ergebnis.

Sie sind der Meinung, das wäre doch egal, weil im Prinzip doch alles gleich ist? Dann machen wir doch folgende Überlegung:

Denken Sie sich zwei Fußballmannschaften, die um einen Ball kämpfen und Tore schießen wollen. Am Rand stehen die Zuschauer und wetten, wer am Ende gewinnt (Endspiel mit Elfmeterschießen).

Der Ball wäre im Forex das Währungspaar und die Spieler (Trader) diejenigen, die den Kurs hoch oder runter „drücken“. Unser Binär Trader ist der wettende Zuschauer am Rande.

Merken Sie was fehlt?

Bei den Fußballspielern gibt es 3 Schiedsrichter auf dem Spielfeld, die dafür sorgen, dass einigermaßen fair gespielt wird. Aber wer überwacht die Wetten bei den Zuschauern? Keiner.

Und so ähnlich ist es auch im Fall der binären Option. Der Begriff Broker ist leider nicht besonders geschützt sondern einfach nur das englische Äquivalent zu unserem deutschen Begriff Makler. Von daher finden Sie relativ selten einen Forex-Broker, der auch binäre Optionen anbietet.

Ganz im Gegenteil: Wenn Sie einen Forex-Broker mit binären Optionen im Portfolio sehen, dann sollten sämtliche Alarmglocken bei Ihnen anspringen (http://www.marcus-sieg.info/broker-probleme-bei-4xp/) Die Regeln, die im Forex gelten, sind bei den binären Optionen mehr oder weniger außer Kraft gesetzt.

Eine Regulierung findet meistens nicht statt. Im Gegenteil – was fehlt wird durch Marketing wettgemacht. Ein guter Name und eine schöne Webseite wischen beim normalen Internet-User alle Zweifel zur Seite.

Ein Beispiel: Die Banc de Swiss wirbt ja gerne mit der Seriösität der Schweiz – hat aber mit dem Alpenland gar nichts gemein. Die Keplero Holding Ltd (so der eigentliche Firmen-Name) ist zwar sogar bei der CySEC auf Zypern registriert, aber das bedeutet leider nicht viel.

Den diese Registrierung auf Zypern bedeutet nicht automatisch, dass auch die Kundengelder einlagengeschützt sind, wie wir ja auch aus anderen Beispielen wissen.

Aber mit dieser Registrierung bildet die Banc de Swiss sogar noch eine rühmliche Ausnahme. Die meisten anderen Binary Options Anbieter sind einfach „nur da“. Und wenn dann noch die Story mit den drei ominösen Bankern im Hintergrund dazu kommt oder mit dem Norbert, der jetzt als Dr. Schulz sein Anzeigenunwesen treibt, dann sollte eigentlich jedem klar sein wo wir uns hier befinden:

Im tiefen Sumpf der unsauberen Geschäfte und der Internetabzocke

Zum Schluss einfach nur 2-3 Bemerkungen zu diesem Thema:

– Wetten bedeutet: Einer gewinnt und einer verliert. Wenn die binären Optionen so einfach sind, wo kommt dann bitte die Rendite von 80% her?
– Fachleute meinen, dass es nur ca 1% der Teilnehmer am binär Optionen Markt kontinuierlich im Plus arbeiten.

Ich persönlich kann nur jedem von Binären Optionen abraten, da diese kein reguliertes Segment des Investmentbankings sind, sondern ein anthrazit-grauer (fast schwarzer) unregulierter Markt für den noch nicht einmal eine Lizenz benötigt wird.

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4 Kommentare

  1. 28. November 2013    

    Hallo Marcus,

    spannender Artikel und leider jedes Wort wahr. Hände weg von MarketMakern und Binären Optionen!

    Gruß
    Pierre

  2. Trader Trader
    26. April 2014    

    Ich stimme dem oben genannten absolut zu. Hinzu kommt noch, dass meiner Meinung ein erfolgreiches Trading nur möglich ist mit einem positivem CRV.

  3. 1. Mai 2014    

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Binäre Optionen eigenen sich sehr gut als Tradinginstrumente. Jedoch muss man hier festhalten, dass sie aufgrund der Kurzfristigkeit ihrer Behaltedauer zu den Daytradinginstrumenten einzuordnen sind. Je nach Ausprägung besitzen sie das gleiche / höheres Risiko jedoch auch die gleiche / höhere Gewinnchancen als herkömmliche Hebelprodukte. Wenn man ein erfolgreicher Daytrader ist wird man gerne auf Binäre Optionen zurück greifen. Jedoch sind die meisten Investoren, welche an der Börse handeln nicht erfolgreich. Vielmehr schaffen sie es nicht langfristige Strategien zu verfolgen, sodass sie beim Daytrading mittels Binären Optionen noch weniger Erfolgschancen besitzen!

    • 27. Juli 2014    

      Fast alle Anbieter der binären Optionen sind NICHT reguliert oder überwacht. Hat man einen Gewinn, so steht man vor dem nächsten Problem: der Auszahlung.

      Weiterer Nachteil der Option gegenüber dem Forex ist die Haltedauer. Beim Forex kann ich zur Not auch mal einen schlechten Trade aussitzen (wenn ich dann will) – ich entscheide, wie ich handeln will.

      Alles in allem – Finger weg von den binären Optionen.

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