Marcus Sieg FOREX-Blog - einseitig & subjektiv

Forex & Marketmaker

 
 
Mit diesem Thema wurde auf meinem Blog eine Diskussion ausgelöst, deren Ergebnis mich teilweise doch überrascht – und zwar in mehrfacher Hinsicht. Erstens laufen immer noch weiterführende Informationen auf und ich staune jedesmal, wie weitreichend der Besch…. reicht.

Und dann gibt es noch eine andere überraschende Erkenntnis: Viele Trader wollen gar nicht wahrhaben, dass auch sie bei einem Marketmaker handeln. Nach dem Motto: Was ich nicht sehe das findet mich auch nicht. Oder bei mir hat bisher alles reibungslos funktioniert….. Gerade in dieser Richtung habe ich so einiges an Post erhalten.

Dazu nur ein paar Fragen mit einem nachdenklichen „Anstupser“:

1. Warum ist der Broker „Offshore“ registriert wenn alles so 100% korrekt läuft?

Die meisten Trader sind zurecht der Meinung, daß ein Offshore-Broker eher ungünstig ist. Das sich die Offshore-Welt aber in zwei Hälften teilt, ist den meisten Leuten nicht bewußt. Offshore bedeutet nicht automatisch Karibik. Das Stichwort lautet: Inner- und außereuropäisch!

Wenn die Regeln überall in Europa gleich sind, warum zieht es dann so viele Broker nach Zypern oder Malta? Vermutlich, weil es eben doch Unterschiede gibt.

Bei einem Broker (Malta Registrierung) spannt dazu in seinem Webauftritt folgenden Bogen:

Die (…) als Muttergesellschaft ist seit über 10 Jahren als BaFin regulierter Vermögensverwalter im deutschen und europäischen Markt tätig.

Diese Aussage ist natürlich nicht unten im dunklen Teil der Webseite versteckt, aber was hat das alles mit dem Broker und seinem Geschäft zu tun? Gar nichts natürlich.

2. Warum gibt es immer diese „Wortblasen“ auf den Webseiten wenn alles 100% korrekt läuft?

Ein Trader ist von seinem (Zypern)-Broker begeistert und schickte mir als Beweis für seriöses Arbeiten u.a. folgenden Text:

Die Smart-Order-Routing Technologie (SOR) von XXX aggregiert Quotes und leitet Trades an eine Vielzahl von Märkten, Börsen, MTFs und Dark- bzw. Lightpools. Insgesamt sind über 80 „Execution-Venues“ angeschlossen, inklusve Primärbörsen wie beispielhaft LSE (London Stock Exchange), VIRT-X (SIX SWISS Exchange), XERTA (Deutsche Börse), NYSE (New York Stock Exchange) und NASDAQ.

Da kann man sich als Forex-Trader doch entspannt zurücklehnen, oder?

Leider nicht. Der Text spiegelt in unserem Fall eine Kompetenz vor, die so nicht vorhanden ist. Der Forex-Handel ist ein Interbanken-Handel und wird nicht über die obigen Börsen abgewickelt. Wenn Sie allerdings mit Aktien handeln, dann sieht die Sache anders aus. (Aber das tun wir ja nun einmal nicht)

3. Warum keine CurrenEx-Plattform wenn alles 100% korrekt läuft?

Es spricht sich langsam herum. Metatrader 4 als russische Entwicklung ist eigentlich eine Erfindung, damit jeder seinen eigenes Marketmaker Broker-Büro starten kann. Es gibt zahllose Plug-In, mit denen der Kunde auf’s Kreuz gelegt werden kann. (Wäre auch mal einen Artikel wert.)

Wer auf Nummer Sicher gehen will, der nutzt die CurrenEx-Plattform. Diese Software (Stichwort: Viking) arbeitet nur und ausschließlich im „Direkt-Modus“. Die Frage ist also ganz einfach: Wenn der Direktanschluß (aka die Liquiditätsbridge) vorhanden ist, warum wird dann nicht die CurrenEx-Plattform angeboten?

Kleine Falle am Rande: Das Angebot von CurrenEx bedeutet nicht automatisch, daß die MT4-Plattform durch geschaltet wird. Ein zypriotischer Broker bietet alle Plattformen an. MT4 Tests auf dem Live-Konto haben aber klar den Marketmaker entlarvt.

4. Warum hohe Boni wenn alles 100% korrekt läuft?

Keine Frage, um Boni zahlen zu können muß das Geld dazu erst einmal verdient werden. Auch wenn ein korrekt arbeitender Broker bestimmt nicht am Hungertuch nagt, so sind Bonus-Zahlungen von 100% absoluter Quatsch. Vor allen Dingen wenn man beachtet, daß ein großer Teil der Trader es nicht schafft sein Konto im Plus zu halten.

Da hat es der Marketmaker natürlich einfacher. Hier ist die Bonuszahlung lediglich eine Buchung im internen System. Sprich: Die Chance ist eher gering, daß das Geld ausgezahlt werden muß und wenn der Trader den Einsatz verspielt, so macht das nichts. Es wurde ja nie wirklich gezahlt.

5. Warum hohe Hebel wenn alles 100% korrekt läuft?

Für den Hebel (Leverage) gilt es ebenso wie für den Bonus. Ein hoher Hebel ist nicht realistisch. Für jeden Trade müssen Sicherheitsleistungen des Brokers erbracht werden. Schon aus diesen Gründen sind Hebel von 1:1000 absolut unrealistisch.

Im „normalen“ Gewerbe wird mit Hebeln von 1:200 bzw. 1:100 im höheren Bereich gearbeitet. Ist das Konto richtig prall gefüllt, dann geht’s noch weiter in Richtung 1:1. Denn wer soll denn die Gelder bezahlen wenn ein Trade im Minus endet.

Aber auch im Fall der hohen Hebel kann sich der Marketmaker mit der „Luftbuchung“ aus der Affäre ziehen. Solange nur alles in meiner Forex Simulation läuft ist alles unter Kontrolle.

6. Aber bei mir läuft alles 100% korrekt….

Hier stellt sich dann die Frage: Demo oder kein Demo? Wo kein Geld im Spiel ist, da kann jeder ehrlich sein.

Und dann brauchen wir noch eine Antwort darauf, ob unser Handelssystem nicht vielleicht im korrekten Modus besser gelaufen wäre.

Und es gibt noch eine weitere Frage: Würden Sie Unregelmäßigkeiten bemerken, wenn diese mitten in der Nacht passieren?

Ein russischer Broker hat die Angewohnheit, gegen 3:30 Uhr in der Früh den Server für ca. 15 Minuten abzuschalten. Ein Broker mit Sitz in Zypern hat es mal fertig gebracht, den Start am Sonntag Abend um 2 Stunden zu „verschlafen“. Da startete einfach der Server nicht.

Das glauben Sie nicht? Es ist mir selbst passiert. Solche Sachen brauche ich mir nicht auszudenken.

Wenn solche Dinge dann gerade noch einmal gut gehen und dem Konto nichts passiert, dann merkt man solche Vorgänge ja noch nicht einmal.

7. Das sind Sie ihrem Geld schuldig

Klicken Sie unten auf den Button, eröffnen Sie ein Demo-Konto bei Hantec Markets, London, und traden Sie ihr System parallel. Nach 14 Tagen vergleichen Sie einfach das Ergebnis.

Ich würde fast eine Wette eingehen, daß Sie unterschiedliche Ergebnisse ernten. Wenn Sie auf „Nummer Sicher“ gehen wollen, dann legen Sie für beide Konten einen Account bei www.myfxbook.com an. Der Service ist kostenfrei und Sie haben den perfekten Überblick.

Aber denken Sie dran – solange Sie nur im Demo Modus handeln, kann es durchaus sein, daß die Unterschiede relativ fein sind. Ernst wird es halt immer erst auf den Realkonten.

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2 Kommentare

  1. Kracke Kracke
    10. Juli 2013    

    Guten Tag,
    sind „OlympFx“, „Atlas Business Ltd“ und / oder „handels-signale.com“
    zufällig „über Ihren Schreibtisch“ gegangen ?

    • 10. Juli 2013    

      Passiert…… Artikel dazu veröffentlicht….

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