Marcus Sieg FOREX-Blog - einseitig & subjektiv

Größenwahn – Todsünde No3 im FOREX

Nero in seinem Palast

Dieser Gedanke (und das soll dann auch mein letzter zu dieser Thematik sein) richtet sich an eine besondere Spezies unter den Tradern. Den Leuten, die glauben den Markt beherrschen zu können und den Leuten, die lernresistent in die Pleite marschieren.

Auch wenn ich mich wiederhole. Ich habe im letzten Jahr doch eine größere Anzahl von Kontakten zu anderen Tradern und solchen, die es werden wollen, gehabt.

Die Spezies Mensch, von der ich oben spreche, ist weiter verbreitet als man glaubt. Ich war ja eigentlich immer in dem Glauben, dass man durch die Schockmethode des eigenen, leeren Geldbeutels am besten lernt. So bin ich doch immer wieder überrascht, dass dies nicht unbedingt der Fall ist.

Das der Anfänger ungerne ein Trading-Tagebuch führt kann ich ja noch verstehen. Ich bin ja selber eher nicht der fleißige, penible Typ. Aber wenn ich mein Konto in Null Komma Nix auf Null fahre, dann sollte ich vielleicht einmal in mich gehen.

(Habe ich eben aus dem Hintergrund die Frage vernommen „Was ist ein Trading-Tagebuch“? – Eben!)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig die Grundlagen des Tradens bekannt und berücksichtigt werden. Hallo?? Traden ist ein Handwerk, das man lernen kann.

Aber bevor ich mich ransetze, sollte ich mich damit auseinander setzen.

OK. Das war jetzt abgeschweift. Zurück zum Thema.

Zwei verschiedene Sorten des Größenwahn sind mir in meiner Praxis begegnet.

Typ 1 „Ich habe den Markt verstanden“

Dieser Typus ist gerade unter den Anfänger sehr verbreitet. Man begegnet ihm häufig auf dem M1 Chart. In der Regel hat er gerade seinen ersten Account eröffnet und (mutig, mutig) seinen ersten 1000,-er eingezahlt. Er hat nämlich gehört, dass man mit Bargeld im Einsatz besser lernt und anders tradet als im Demo-Account.

Das ist ja auch grundsätzlich richtig, aber doch nicht SO.

Am ersten Tag wird vorsichtig getestet. Es werden 0,01 Lot gesetzt. Man hat ja Respekt und will probieren. Und jetzt passiert es: Die ersten Gewinne stellen sich ein. Nur ein paar Cent. Glück und Zufall war mit im Spiel, aber das wird nicht erkannt.

Denn….. so schwer ist das Traden doch gar nicht. Kann doch jeder Idiot sehen, wo der Kurs hingeht. Muss man halt mal seinen gesunden Menschenverstand einschalten!

Am nächsten Tag wird man dann schon mutiger. Was gestern lief, klappt heute auch. Und damit mal ein bisschen Action reinkommt, setzt man eben 0,1 Lot – Passt schon.

Aber merkwürdig…. Gestern lief’s doch…. und Heute? Minus?? Geht gar nicht. Macht aber nix, den Verlust holen wir schon auf.

10 Trades versemmelt mit 0,1 Lot. Na, nach meiner Strategie von gestern kann Trade No11 ja nur sitzen. Und ich setze mal 1,0 Lot. Warum? Weil ICH ja weiß, wie der Markt funktioniert….

5 Minuten später ist das Konto leer.

Diese Geschichte ist natürlich total überzogen… oder?

Typ 2 „Ich beherrsche den Markt“

Dieser Typus ist eher unter den „alten Hasen“ zu finden. Oft genug im Internet als Experte unterwegs oder verkannt im Verborgenen wurschtelnd ist das Forex Dasein eher von Rückschlägen gepflastert.

Einer meiner Kollegen wirbt damit, dass man ihm beim Traden Quasi über die Schulter schauen kann. So soll man die Sache mit dem Forex dann lernen. Interessanter Weise gibt es dann solche Tage, an denen es nicht „läuft“. Anstatt seinen Schülern jetzt zu erklären, was man hätte besser machen können, gibt es die lapidare Ansage „War halt nicht mein Tag. Ich mach dann mal Feierabend.“

Andere Profis zerstören Konten im Doppelpack und versteifen sich in der Aussage, der Broker wäre Schuld. Gerade die Legende vom Marketmaker muss da öfter mal herhalten.

Auch ganz beliebt und verbreitet ist der fehlende Stop Loss. Als echter Profi Trader mit langjähriger Erfahrung braucht man so etwas natürlich nicht. Den man kennt den Markt wie seine Westentasche und der Kurs kommt schon wieder zurück.

Und schwupps ist das Geld weg, weil da war ja noch diese kleine Minus Position. Aber hey…. so ist das halt im Forex.

Auch diese Zeilen sind natürlich total überzogen….

So etwas kann es doch nicht geben. Denn es ist ja unter Umständen viel Geld im Spiel und da ist man ja besonders besonnen. Leider ist da nicht der Fall, denn wir haben ja noch Todsünde 1+2. Aber das kann dann an anderer Stelle nachgelesen werden.

Zum Schluss – Die Erste

Sollte sich auch einer von Euch erkennen, daraus lernen und dann als Trader am Forex das Geld nicht mehr unbesonnen vernichten, dann haben diese Zeilen schon ihren Zweck erfüllt.

Zum Schluss – Die Zweite

„Wenn ich als kleiner Fisch in einem großen Ozean unterwegs bin und dort von den Haien umkreist werde – Wieso glaube ich, dass ich selbst ein Hai bin?“

Zum Schluss – Die Dritte

Oben in dem Bild ist übrigens Kaiser Nero in seinem Palast zu sehen. Er schaut gerade zu, wie Rom niederbrennt. Auch so ein Größenwahnsinniger…

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1 Kommentar

  1. 4. Januar 2014    

    Danke für diesen sehr interessanten Artikel zum Thema Traden. Ich finde das jeder der sich ein bisschen für Trading bzw. Daytrading interessiert, es schaffen kann damit richtig Geld zu verdienen. Sicherlich muss man als Anfänger erst mal das traden lernen. Wenn man ernsthaft daran interessiert ist mit Traden sein Geld zu verdienen, dann ist es einfach ratsam sich vorher von einem Profi unterrichten zu lassen. Das kann im Rahmen von Trader Seminaren oder auch mittels Online Trader Seminaren stattfinden. Wichtig ist, das man als Anfänger nicht gleich am Anfang ein reelles Trader Konto bei einem Broker eröffnet, sondern erst einmal mit einem kostenlosem Demo Konto anfängt.

    Beste Grüße

    Steffen

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